- Grundsätzliches zur Prozessqualität
- Eine unzureichende Prozessqualität tritt auf, wenn Geschäftsprozesse festgelegte bzw. vereinbarte Anforderungen oder Erwartungen von Kunden nicht vollständig erfüllen
- Eine Verbesserung der Prozessqualität bzw. eine Verringerung von Prozessfehlern bewirkt
- eine Steigerung der Kundenzufriedenheit
- aber auch eine Effizienzverbesserung, denn mit jedem vermiedenen Fehler entfallen Zeiten und Kosten für die Fehlerentdeckung, -analyse und -behebung
- Messung der Prozessqualität
- Messung der qualitätsbezogenen Kosten
- "Präventivkosten" oder "Konformitätskosten", d.h. Kosten der Übereinstimmung der Qualität
- "Fehlleistungskosten" oder "Nicht-Konformitätskosten", d.h. Kosten der Abweichung der Qualität
- Schwachstellen in der Praxis:
- Kostenerfassung und -zurechnung ist häufig ungenau (Kosten werden häufig im betrieblichen Rechnungswesen nicht erfasst, aufwendige Sondererfassungen sind nötig).
- Fokussierung oft auf den Produktionsprozess
- Zeitproblem: zwischen Fehlerentstehung und Berichterstattung liegt ein gewisser Zeitraum, der kurzfristiges Gegensteuern verhindert
- First Pass Yield (FPY) und Rolled Throughput Yield (RTY)
- First Pass Yield (FPY)
- FPY ist der Anteil an Bearbeitungsobjekten, deren Ergebnisse bereits im ersten Durchlauf des Prozesses fehlerfrei sind (d.h. nicht verworfen werden müssen oder keine Nachbesserung erforderlich machen)
- Rolled Throughput Yield (RTY)
- Der FPY wird für jeden Teilprozess gemessen, der RTY hingegen gibt die Qualität des Gesamtprozesses wieder und errechnet sich durch Multiplikation der FPYs der Teilprozesse
- Häufige Werte zu Beginn eines Verbesserungskreislaufs: 10 bis 20 %, Steigerung bis 60% - 80% ist anzustreben. Werte über 90 % sind schwer zu erreichen.
- Vorteile: einfach zu ermitteln und zu verstehen und in den meisten Geschäftsprozessen anwendbar.
- Nachteile: Die beiden Kennzahlen sagen nur etwas über die Trefferquote der Prozessergebniise aus, es bleibt unberücksichtigt, wieviele Fehler zu dem schlechten Prozessergebnis beigetragen haben
- Fehlerrate
- Die Prozessfehler werden auf die Summe der Prozessergebnisse bezogen
- Typische Messgrößen sind:
- parts per million (ppm)
- defects per million opportunities (DPMO)
- Ergänzend wird oft die Prozessstreuung bzw. Variation über den "Sigma (σ)"-Wert gemessen
- Vorteile: In die DPMO-Werte gehen im Unterschied zu FPY / RTY alle Fehler ein. Die Aussagefähigkeit bezüglich Fehlerkosten, Zykluszeit und Kundenzufriedenheit ist größer.
Unser Leistungsangebot:
- "Qualitätsbezogene Kosten": Workshop, Online-Vortrag, Seminar-CD, pdf-Praxisleitfaden
- "Kennzahlen zur Prozessqualität": pdf-Praxisleitfaden
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